Soldatinnen Gottes

Soldatinnen Gottes – die Frauen der Hamas (Dokumentarfilm)
Pa 2007 | 75 Min. | Regie: Suha Arraf


Die Anhängerinnen der Hamas sind die mächtigsten Frauen im Gazastreifen.
Regisseurin Suha Arraf, Palästinenserin mit israelischem Pass und Feministin
begleitet in ihrer Dokumentation vier Frauen der Hamas in ihrem Alltag und zeigt, was jene Frauen bewegt, die selbst die Märtyrer-Tode der eigenen Söhne feiern. Der Zuschauer bekommt Einblick in das System Hamas, in eine geschlossene und fanatisierte Welt, in der sich alle uns geläufigen Wertekategorien verschoben haben.
"Der einzige Grund, warum wir Kinder in die Welt setzen, ist, um sie Gott und dem Kampf preiszugeben," sagt Huda al-Abud, 56, Palästinenserin und Mutter von zehn Kindern. Geblieben sind ihr fünf. Zwei starben als Selbstmordattentäter, drei wurden getötet, als israelische Hubschrauber Jagd auf Terroristen machten. Huda ist stolz darauf. Ohne sie und ihre Mitstreiterinnen wäre die Hamas im Gazastreifen nur halb so stark.

Die Hamas ist Partei, Terrororganisation und soziales Netzwerk zugleich. Wie alle radikal ideologisierten Gemeinschaften investiert sie viel Kraft in die Indoktrinierung nachfolgender Generationen. Es sind vor allem die Frauen – Mütter, Lehrerinnen und Studentinnen – die die nächste Generation von Hamas-Anhängern aufziehen und ihnen das ideologische Rüstzeug vermitteln. In den Kindergärten bereiten sie schon Vierjährige auf das "Märtyrertum" - als höchste Form des Kampfes gegen Israel - vor. "Shahid" (Märtyrer) ist das erste Wort, das die Kinder dort lernen. Die katastrophale soziale Situation im Palästinensergebiet und die fatale Gruppendynamik einer hermetischen Kollektivgesellschaft tun ihr Übriges: Sie bieten idealen Nährboden für den politisierten religiösen Kampf der Hamas. Diese weiß die Wut und Perspektivlosigkeit der im Durchschnitt sehr jungen Bevölkerung für sich zu nutzen.