DA!20: Denkräume der Aufklärung. Vortrag und Diskussion mit Dr. Philipp Blom

Donnerstag 05.11.2015, 20h in der Jazz-Schmiede - eine Kooperationsveranstaltung mit HVD, Humanistischer Verband Deutschlands

(05.11.2015)

"Die Denkräume der Aufklärung sind noch immer zugenagelt." sagt Philipp Blom und bemerkt ein bröckelndes Bewusstsein der Aufklärung, die unsere moderne Gesellschaft aber überhaupt erst möglich gemacht hat. Ihre Werte sind Vernunft, Menschenrechte, individuelle Freiheiten, Gleichberechtigung und Toleranz. Warum aber hält sich der durch die "kritische Theorie" entstandene Generalverdacht gegenüber der Aufklärung, dass sie die Barbarei des Nationalsozialismus samt Bach spielender und Kant lesender KZ-Kommandanten nicht verhindern konnte? Welche Schattenseiten hatte die Aufklärung wirklich?
Und wie steht es um das Selbstverständnis unserer säkularen und aufgeklärten Demokratie?


In seinem 2011 erschienenen Buch "Böse Philosophen", schilderte Philipp Blom äußerst lebendig das Treiben der aufgeklärten Philosophen im Salon um Holbach und Diderot, im Paris des 18. Jhds. Er zeichnet den gesamten dramatischen Bogen von einem Klima der Zensur und der Verfolgung durch katholische Kirche und königliche Herrschaft bis hin zum völlig befreiten und kritischen Denken eines Hume oder La Mettrie. Dabei werden insbesondere Voltaire und Rousseau zurecht gerückt.

Philipp Blom ist auf die Aufklärung spezialisiert, auf das Wirken kritischen Denkens in der Geistesgeschichte. Darüber und wie es um die Aufklärung heute bestellt ist, wollen wir mit dem für seine klare und leicht verständliche Ausdrucksweise bekannten und ausgezeichneten Historiker diskutieren.

Dr. Philipp Blom, Historiker, Journalist und Philosoph.

1970 geboren, wuchs in Hamburg und Detmold auf. Studium in Wien und Oxford. Von 1997 bis 2001 lebten Blom und seine Frau Veronica Buckley in London, wo er als Autor und freier Auslandskorrespondent für Zeitung und Radio arbeitete. 2001 zog Philipp Blom nach Paris um sich ganz auf seine Bücher zu konzentrieren, seit 2006 lebt er gemeinsam mit seiner Frau in Wien.

Zusätzlich zu seinen Büchern ist er journalistisch tätig und moderiert die Sendung „Von Tag zu Tag“ auf dem österreichischen Kultursender Ö1. Vortrags- und Lesereisen in Europa, USA und Südamerika.
Momentan arbeitet er an seinem Buch „At Breaking Point“ – eine historische Übersicht über Kultur und Leben zwischen den Kriegsjahren in Europa und den Vereinigten Staaten.
2009-2010 hielt er eine Research Fellowship am IFK (Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften) in Wien.

Philipp Blom’s Buch Der taumelnde Kontinent wurde mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis für das beste Sachbuch des Jahres 2009 ausgezeichnet.

Im Februar 2010 erhielt er dafür den Groene Waterman Prijs (Antwerpen, Belgien).

Sein Buch “Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung” wurde 2011 mit dem Gleim Preis ausgezeichnet sowie als Historisches Buch des Jahres 2011 (Einzelstudie) vom Damals Magazin gekürt.

Donnerstag, 5.11. 20:00 Uhr in der Jazz-Schmiede, Himmelgeisterstr. 107g, 40225 Düsseldorf

Eintritt: 10,- € / 6,- €